Mein erster Ultramarathon – ein ungeplanter Erfolg

 Mein erster Ultramarathon – ein ungeplanter Erfolg

Die langen Distanzen gehen mir seit Monaten nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe Bücher über Läuferinnen und Läufer gelesen und die ganze Sache fasziniert mich unheimlich. Geplant war mein erster Marathon am 11.11.18 – genau ein Jahr nach dem Start von „movewithfranco“ – das sollte gut machbar sein. Manchmal läuft alles aber anders, als wir das planen.

Im März habe ich euch alle gefragt, ob ihr Ideen für nächste Projekte für mich habt – da ist Lauf-Isi mit dem Bieler Ultramarathon auf mich zugekommen. Ich war begeistert. Die Distanz von 56km war aber noch sehr unrealistisch und geplant war, dass ich Isi als Motivator über den 2. Teil der Strecke begleite.

Für die Vorbereitung darauf haben wir mit Isi unsere Nachtläufe gemacht – seither machte die Aussensehne meines Knies immer wieder Probleme. Die Belastung beim Laufen ist halt ganz anders, als auf dem Rad – daran muss mein Körper sich erst mal gewöhnen.

Der 56er schien in weiter Ferne. Doch ich wollte Isi nicht im Stich lassen und begab mich am Freitag Nachmittag nach Biel – wenn schon nicht laufen, dann im Auto mitfiebern. Meine Laufsachen habe ich sicherheitshalber doch mal eingepackt – ich bin ein spontaner Mensch. 1.5h vor dem Start entschied ich mich einfach eine Nummer zu lösen und war froh mein Equipment dabei zu haben. „Wenn das Knie weh tut kann ich ja wieder aussteigen“.

Einschreiben Ultramarathon
Spontanentschluss: Einschreiben + Mitlaufen

Zusammen mit Isabel Acklin und Bruno Isler machte ich mich auf den Weg. Punkt 22:00 Uhr starteten alle Läuferinnen und Läufer zusammen. Die ersten 10 km waren unheimlich emotional. Auch noch zu später Stunde waren in allen Dörfern, die wir passierten unzählige Leute, die uns am Strassenrand anfeuerten.

Ich war schon froh, dass ich bis km 10 mein Knie nicht spürte – 20km sollten jetzt also drin liegen. Für weniger hätte sich die Reise nach Biel ja gar nicht gelohnt 😉

Auch nach 20km fühlte ich mich noch top fit – mein Knie scheint die Strapazen also gut wegzustecken.

Zwischen km 25 und km 30 hatte sich das Feld schon richtig in die Länge gezogen und die Läuferinnen und Läufer waren in kleinen Gruppen beisammen. Ich lief und setzte mir immer neue Ziele. 30km: ich kann meine bisher längste Distanz toppen – das mache ich jetzt auch!

Um die Knie nicht zu fest zu belasten beschränkte ich mich beim “abwärtslaufen” auf schnelles Gehen. Das funktionierte wunderbar.

Nach den erreichten 30km dachte ich mir: geil, so viel hast du noch nie gemacht. Ich spürte noch nichts und hatte das Gefühl ich schwebe. Ich lief also weiter.

35 km: zum ersten mal kam mir die Frage auf: will ich aufgeben? Aber die Marathon Distanz (42km) war nicht mehr weit – es fehlten mir nur noch 7km und das sollte noch machbar sein. Ich riss mich also zusammen und lief weiter – bis die Anzeigetafel 45km kam (die km sind in 5er Schritten angezeigt, deswegen wusste ich gar nicht, wann die 42km erreicht waren).

Ultramarathon

Dann waren es nur noch 11km – so nah am Ziel. Wieso sollte ich mir also nicht das Finisher-Shirt und die Medaille holen können? Mir das vor Augen zu halten hat mir geholfen mich zu fokussieren – das war eine reine Kopfsache. Auch wenn das kitschig tönt – es ist irgendwie schon geil.

Finisher Ultramarathon
Dieses Grinsen verrät schon, wie viel Freude einem dieses Finisher-Shirt bereiten kann.

 

Was ich auf der Strecke alles erlebt habe, mit wie vielen Leuten ich gesprochen habe war unglaublich – in Worte gar nicht zu fassen.

Fazit: wenn du mental bereit bist, kannst du Berge versetzen. Für einige ist ein 56km Lauf ein Klacks, da 1150 Läufer beim 100km Lauf angemeldet waren. Für mich persönlich waren die 56km eine unglaubliche Leistung, auf die ich extrem stolz bin. Es ist ein Etappenschritt in die richtige Richtung.

Vielleicht wird es ja im 2019 der 100km Lauf von Biel… 😉 Reizen würde es mich jedenfalls.

 

PS: Grosses Danke an unsere Lauf-Gruppe und unsere Unterstützer! Isabel Acklin Kübler, Lauf-Isi, Bruno Isler,  Susi Turrin Ackerl, Felix Turrin, Sandra Isler ihr wart alle super!

Ultramarathon Gruppe

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